iMobilität –
was bewegt uns
in Zukunft

Intelligente und selbstlernende Systeme werden die Art, wie wir leben, arbeiten und uns fortbewegen, grundsätzlich verändern. Der technologische Wandel wird eine der größten Umwälzungen in der Geschichte der modernen Zivilisation sein. Um die Revolution mitgestalten zu können, hat das Land Baden-Württemberg mit einigen bedeutenden Unternehmen und Universitäten die Forschungsoffensive „Cyber Valley“ gegründet.

Die Forschungsoffensive „Cyber Valley“

Autos, die ohne Fahrer auskommen, Haushaltsgeräte, die mitdenken und aktiv Hilfe leisten, Häuser, die mit ihren Bewohnern kommunizieren: Wir sind Zeitzeugen einer der größten Umwälzungen in der Geschichte der modernen Zivilisation. Intelligente und selbstlernende Systeme erobern nach und nach alle Bereiche der Gesellschaft, angetrieben von der Wirtschaft und Forschung, deren Gedanken längst um diese intelligenten Systeme kreisen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen und die digitale Revolution aktiv mitzugestalten, haben sich das Land Baden-Württemberg, die baden-württembergischen Uni-
versitäten Stuttgart und Tübingen, das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme und einige bedeutende Unternehmen zu einer Allianz der besonderen Art zusammengeschlossen: Sie haben gemeinsam die Forschungsoffensive „Cyber Valley“ gegründet, die als internationales Zentrum für Grundlagenforschung und als Gründerplattform dienen soll. „Wir wollen verhindern, dass die zweite Digitale Revolution an Europa vorbeigeht“, betonte Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei der Auftaktveranstaltung in Stuttgart. Das Land, so Kretschmann, wolle auf diesem Weg als eine der führenden Innovationsregionen Europas die Vorreiterrolle bei der Entwicklung intelligenter Lösungen für Industrie, Mobilität und Medizin einnehmen.

Beteiligt an der gemeinsamen Forschungsoffensive für künstliche Intelligenz, die auf eine Initiative der Max-Planck-Gesellschaft zurückgeht und eine der größten dieser Art in Europa ist, sind Unternehmen wie Bosch, Daimler, BMW, Porsche, ZF Friedrichshafen und Facebook. Sie wollen in den nächsten Jahren gemeinsam marktfähige Anwendungen entwickeln. Mit Hilfe von intelligenten Systemen sollen in Zukunft Autos, Haushaltsgeräte, Roboter und ganze Häuser gesteuert und im Selbstlernverfahren bedient werden. Um die wissenschaftlichen Disziplinen zu stärken, werden im Rahmen des Projekts unter anderem bis zu 100 Doktoranden ausgebildet und mehrere Professuren an den Universitäten Stuttgart und Tübingen geschaffen. Jeweils zwei Professuren werden mit Mitteln vom Land neu eingerichtet, die Firmen Daimler und Bosch finanzieren zusätzlich zwei Stiftungslehrstühle. Die Robert Bosch GmbH gibt dafür über einen Zeitraum von zehn Jahren 5,5 Millionen Euro. Das „Cyber Valley“ soll ein Anziehungspunkt für talentierte Nachwuchsforscher, Softwareentwicklung und Ingenieure aus der ganzen Welt werden, so Bosch-Chef und Physiker Volkmar Denner. „Wir als industrielle Partner des Cyber Valleys versprechen uns davon sowohl Fortschritte in unseren etablierten als auch in völlig neuen Geschäftsfeldern.“ Gleichzeitig werde die Region Anziehungspunkt für Gründer.

Auch die anderen Partner im Forschungsverbund sind in den nächsten Jahren mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag beteiligt. Das Land Baden-Württemberg lässt sich diese Allianz zunächst 50 Millionen Euro kosten, die als Anschubfinanzierung bereits im Koalitionsvertrag beschlossen wurden. Weitere Mittel, so die Ankündigung des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, werden folgen. „Was lange wie eine ferne Vision im Raum stand, wird nun konkret: Die künstliche Intelligenz kommt. Wir sind überzeugt, dass mit Cyber Valley hier in Baden-Württemberg ein Hotspot für wissenschaftliche Exzellenz für die weltweit besten Köpfe von morgen auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz entstehen kann“, so Kretschmann. Ziel sei, nicht nur die besten Maschinen zu bauen, sondern auch die schlausten.

Zu diesen schlauen Maschinen zählen allen voran Fahrzeuge. Mobilität ist ein Megatrend und wird es bleiben. Mehr Verkehr auf den Straßen, mehr Güter auf der Schiene, mehr Container auf den Schiffen. Alleine in Deutschland sind im Jahr 2016 über 700 Milliarden gefahrene Personenkilometer zusammengekommen, europaweit waren es fast sechs Billionen. Insgesamt hat der Personenverkehr in den EU-Ländern seit 1990 um ein Drittel zugelegt. Kein Wunder also, dass zahlreiche Branchen von der Dynamik der Mobilität betroffen sind, insbesondere natürlich die Fahrzeughersteller und Automobilzulieferer. Ausnahmslos alle großen Unternehmen sind derzeit dabei, sich auf die anstehende Digitalisierung und den Technologiewandel vorzubereiten.

So hat beispielsweise der Sportwagenbauer Porsche jüngt im Berliner Stadtteil Friedrichshain das Porsche Digital Lab eingerichtet, um unter anderem das Thema autonomes Fahren voranzutreiben. Mittelfristig will das Unternehmen einen zweistelligen Prozentsatz seines Geschäfts mit digitalen Diensten erwirtschaften. Laut Lutz Meschke, dem stellvertretenden Vorstandschef und Vorstand IT der Porsche AG im Digital Lab, will das Unternehmen aus Zuffenhausen dafür massiv in die Entwicklung investieren. Denn das autonome Fahren werde die Effizienz der Fahrzeugnutzung dramatisch verändern, so Meschke. „Wir müssen daher davon ausgehen, dass wir spätestens mit der Ära des autonomen Fahrens deutliche Wachstumspotenziale neben dem Fahrzeug schaffen müssen.“ Das Digital Lab soll dabei als Plattform für die Kooperation mit Technologie-Unternehmen, Start-ups und der Wissenschaft dienen, gleichzeitig wird hier auch an konkreten Lösungen für die digitale Transformation des Mutterkonzerns gearbeitet.

Dreh- und Angelpunkt für die Mobilität der Zukunft ist dabei das Smartphone.

Auch andere Branchenriesen sind im Zuge der Digitalisierung und im Zeitalter der Elektromobilität dabei, vom klassischen Automobilhersteller zum Anbieter von Mobilität und eine Art Internet-Dienstleister zu werden. Die Automobilindustrie, darin sind sich die Experten einig, wird sich in den kommenden fünf Jahren stärker verändern als in den vergangenen 50 Jahren. So hat etwa das Beratungsunternehmen Roland Berger vor einiger Zeit in einer Studie skizziert, in welche Richtung die Entwicklung gehen könnte.

Demnach soll bereits im nächsten Jahrzehnt mit dem Vormarsch von Robotertaxis der Absatz von Autos unter Druck geraten, weil diese zunehmend nicht mehr gekauft, sondern einfach per App von Dienstleistern für die jeweilige Fahrt gemietet werden.

INFO

Worum geht es bei Künstlicher Intelligenz?

Bei Cyber Valley geht es um die Erforschung und Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. Dabei handelt es sich um Systeme, die in der Lage sind, den Kreislauf von Wahrnehmung, Verständnis, Handeln und Lernen zu vollziehen. Dies ist unabdingbar dafür, in komplexen und dynamischen Umwelten selbstständig agieren zu können. Bei Menschen und Tieren ist diese Fähigkeit selbstverständlich.
Das Ziel ist es, vom Vorbild der Natur zu lernen und die zugrundeliegenden Steuer- und Regelungsmechanismen von Wahrnehmung, Handeln und Lernen zu verstehen und sie in künstlichen Systemen nachzubilden.

INFO

Wo werden intelligente Systeme eingesetzt?

In Zukunft praktisch überall – ob in der virtuellen oder in der realen Welt. Intelligente, selbstlernende Systeme werden beim autonomen Fahren und in der industriellen Produktion genauso Anwendung finden, wie bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten, beim Aufspüren neuer Erkenntnisse aus großen Datenmengen oder bei der Übernahme von Aufgaben in Situationen, die für den Menschen selbst zu gefährlich sind, wie etwa Rettungseinsätze.

Der Stuttgarter Automobilbauer Daimler ist mit seiner Digitaltochter Moovel schon seit geraumer Zeit dabei, eine führende Mobilitätsplattform in diesem Sinne zu entwickeln und aufzubauen. Dreh- und Angelpunkt für die Mobilität der Zukunft ist dabei das Smartphone. Wer in naher Zukunft von A nach B will, kann über die Mobilitäts-App Bahntickets buchen, E-Bikes oder Carsharing-Autos ausleihen und Robotertaxis ordern – alles je nach Bedarf und Verkehrslage.

Markus Heffner

Mobilität
neu denken:
eBike

Fahrradfahren ist beliebt. Wer radelt, ist schnell und flexibel unterwegs, schont dabei Geldbeutel und Umwelt.
Am 12.06.1817 fuhr Karl Drais in Mannheim zum ersten Mal auf seiner Laufmaschine. Seine Erfindung bildete die Basis für die Entwicklung des Fahrrads, dem erfolgreichsten Verkehrsmittel der Welt. Im Jahr 2017 feiert das Fahrrad einen runden Geburtstag: 200 Jahre. Technik, Kultur, Tradition, Geschichte – das Fahrrad vereint vieles. Es verbindet Vergangenheit und Zukunft. Auch weil sich das Fahrrad stets neu erfand. Die nächste Evolutionsstufe ist erreicht: elektrifiziert, automatisiert, vernetzt. Das eBike ist eines der erfolgreichsten Elektrofahrzeuge weltweit und ein Vorreiter für die Mobilität der Zukunft. Bosch eBike Systems treibt diese Entwicklung als Marktführer im Premiumsegment für eBike-Antriebssysteme entscheidend voran.

Aktuelle Trends: Sportlich und qualitativ hochwertig
eBikes sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Sie sind schick, hochwertig und gehören inzwischen zum Lifestyle. Dafür investieren die Käufer.

Gleichzeitig etabliert sich das eBike in der Stadt als ideales Fortbewegungsmittel – angesichts der wachsenden Bevölkerung in Großstädten und der oftmals angespannten Verkehrssituation eine logische Konsequenz. Jede zweite Fahrt mit dem Pkw ist kürzer als 5 Kilometer. Auf diesen Distanzen ist das Pedelec im Stadtverkehr das schnellste Verkehrsmittel und besitzt verkehrspolitisch das größte Potenzial.

eBikes als vollwertige Verkehrsmittel
Die Vielseitigkeit des eBikes und die unterschiedlichen Verwendungszwecke macht eine Studie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit deutlich: Demnach nutzen 20 Prozent der Teilnehmer ihr eBike ausschließlich in der Freizeit und auf Reisen. Für 80 Prozent hingegen ist das Pedelec ein fester Bestandteil des Alltags, wird zum Pendeln und für tägliche Besorgungen und Fahrten eingesetzt. Das eBike stellt somit für viele Menschen eine echte Alternative zu Pkw und öffentlichem Nahverkehr dar. Das zeigt auch eine Umfrage von fahrrad.de: Knapp ein Drittel der Befragten kann sich vorstellen, mit dem eBike zur Arbeit zu fahren – und dafür das Auto in der Garage stehen zu lassen. Teilweise ersetzen ließe sich das Auto für 50 Prozent, im Stadtverkehr weitestgehend für 28 Prozent. Dies sind deutliche Signale für eine nachhaltige Mobilität und eine glänzende Perspektive für die Fahrradbranche. Bosch eBike Systems bietet mit Technologie, Produkt-Portfolio und Service optimale Lösungen für die steigenden Anforderungen und den wachsenden Bedarf.