Weinbau Baden-Württemberg

Seit Jahrhunderten treu:
Weinbau
mit langer Familientradition

Wein wird bereits seit dem 2. Jahrhundert im Land um den Neckar gekeltert. Seit mehr als 1.300 Jahren ist der Weinanbau hier urkundlich belegt. Das milde Klima, einzigartige Böden und die sonnigen Rebhänge am Neckar sowie in den umliegenden Tälern lassen die ­Trauben prächtig gedeihen und geben den Weinen ihren einzig­artigen Charakter. Dem Erbe verpflichtet ist auch das Haus derer von Württemberg. Die Weinbautradition im Hause Württemberg reicht bis in das 13. Jahrhundert ­zurück. Die eigentliche Gründung der „Hofkammer­kellerei“ erfolgte aber erst 1677 durch die Herzogliche Familie. Michael Herzog von Württemberg betreut und verwaltet noch heute, Generationen später, das Weingut der Herzöge von Württemberg. Die Familientradition war, ist und bleibt eng mit dem Land und seinen Tugenden verbunden.

In unzähligen Weinkellern, Weinstuben, Besenwirtschaften und Weinbaugenossenschaften warten edle Tropfen auf Verkostung. Aber was macht den Württemberger Wein so besonders, ja einzigartig? „Unser Kapital ist der Boden“, sagt Michael Herzog von Württemberg, der seit 1997 im Weingut der Familie tätig ist. 1981 erfolgte der Umzug des Weingutes ins Schloss Monrepos bei Ludwigsburg. Zuvor residierte das Weingut im Alten Schloss in Stuttgart. Von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis Ende des 19. Jahrhunderts erwarb das Haus Württemberg sechs der besten Weinberglagen des Landes. Heute erstreckt sich der Weinbergbesitz von Stetten im Remstal bis nach Maulbronn. Jede der sechs Einzellagen hat ihr spezifisches Terroir, das sich in den Weinen widerspiegelt. Nirgendwo sonst in Württemberg können so viele unterschiedliche Weine von vornehmer Herkunft aus einer Hand verkostet werden.

Vielfalt des Landes im Glas – gesunde Böden und mildes Klima lassen Trauben wachsen und reifen

Eigentümer des Weingutes ist Carl Herzog von Württemberg. Er ist seit 1975 Oberhaupt des Hauses Württemberg und folgte seinem Vater nach dessen Tode als Chef des Hauses und des Familienunternehmens „Hofkammer des ­Hauses Württemberg“. Außer dem Weingut ­verwaltet die Hofkammer des Hauses Württemberg Immobilien, Forst- und Landwirtschaft.

„Wir müssen aber auch immer schauen, wie wir den Betrieb in die Zukunft bringen“, erzählt Michael Herzog von Württemberg. Deshalb wurden zusätzlich zu den Traditionsrebsorten auch neue Rebsorten angepflanzt; unter anderen der Merlot, Cabernet und Syrah. Der König unter den roten Rebsorten ist der Spätburgunder. Der qualitativ hochwertige Rotwein stellt sehr hohe Ansprüche an Lage und Mikroklima; ein spezieller Wein mit komplexen Aromen. Ausgebaut hat er eine purpurrote Farbe, und sein Bukett kann mit körperreich umschrieben werden. „Die Geschmäcker der Weinkunden verändern sich. Ein wenig hat das auch mit Trendforschung zu tun“, erzählt Michael Herzog von Württemberg. Was aber bleibt, ist der Anspruch, „high quality“ zu liefern: hochwertigste deutsche Weine mit expressivem Lagencharakter und besonderem Reifepotenzial.

Ein Prozess der Reife,
Tradition und Moderne für Wein,
der nach Leben schmeckt

„Unsere Weine sind Meisterwerke aus den besten Lagen Württembergs, geprägt von einer Tradition, die Zeit, Geduld und Können verbindet. Die Mitgliedschaft im VDP verpflichtet uns dazu, den höchsten Ansprüchen gerecht zu werden“, erklärt der Herzog. Das Weingut ist seit 1986 Mitglied im VDP (Verband der Prädikatsweingüter e.V.). Der Traubenadler auf jeder Flasche ist das Erkennungszeichen und bürgt für die hohe Qualität seiner Erzeugnisse.

Die Geschichte des Weins ist so alt wie die Menschheit selbst – oder vielleicht sogar noch älter. Schließlich ist hier die Rede vom „Getränk der Götter“. Sowohl die Römer als auch die Griechen hatten mit Bacchus und Dionysos Götter des Weins, denen sie huldigten. Auch in anderen Kulturen finden sich mit schöner Regelmäßigkeit Hinweise, dass Wein eine bedeutende Rolle spielte. Dies zeigt auch, dass Wein häufig als Grabbeigabe verwendet wurde und er symbolisch als das im Kampf gegen die Götter vergossene Blut angesehen wurde.

Weinberghäusle im Käsberg

Weinberghäusle im Käsberg

Doch selbst diese uralte Geschichte braucht neue, respektive modernere Behandlungsmethoden. „Früher hat der Winzer den Wetterbericht in der Zeitung gelesen“, erinnert sich der Herzog, „heute kann er ihn jederzeit und an jedem Ort digital abrufen.“ Michael Herzog von Württemberg kann bei der Pflege der Weinberge auf ein engagiertes Team von sieben Mitarbeitenden zurückgreifen. Flache Hierarchien, eine Kommunikation auf horizontaler Ebene und kurze Entscheidungswege zeichnen die moderne Organisationsstruktur des heutigen Weingutes aus. „Wir haben ein familiäres Klima und lieben das, was wir tun.“ Etwa 250.000 Flaschen werden pro Jahr produziert.

Das Streben nach Harmonie im Einklang von Natur und Technik im Weinberg sowie im Weinkeller und die Verbindung von alten Traditionen und neuem Wissen ist das Erfolgsrezept des herzoglichen Weinguts. Hinzu kommt ein gekonntes Fingerspitzen­gefühl bei der Verarbeitung der gekelterten Trauben. Im Barrique-Keller lagern 60 Eichenholzfässer mit einem Volumen von je 225 Litern. Ein rustikales und doch feines Ambiente. Denn die große geklinkerte Wand im Hintergrund erinnert an die ehrwürdigen Trockenmauern im Weinberg. Hier hängt auch das Wappen der Herzöge von Württemberg: drei Hirschstangen unter der Königskrone. Eingerahmt vom Lorbeer- und Eichenzweig. Lorbeer steht für Zukunft und Aktuelles, die Eiche für Beständigkeit.

Schloss Monrepos bei Ludwigsburg

Barrique-Fässer, Weingut Herzog von Württemberg

Der Herzog zeigt auf die Fässer: „Unsere Barrique-Fässer stammen zum größten Teil aus feinstem schwäbischen Eichenholz. Dieses wird von unserem Förster im eigenen Forst (Pfahlhof bei Ilsfeld, Anm. d. Red.) sorgfältig ausgesucht. Die geschlagenen Eichenstämme sind ungefähr 150 bis 200 Jahre alt. Sie werden drei Jahre lang getrocknet. Erst dann können sie – übrigens in Burgund – zu Barrique-Fässern verarbeitet werden.“

Ein Sieg des jungen Lebens über alte Konventionen. So wird der Besucher in einer hellen Vinothek empfangen. Die Weine werden gekonnt beleuchtet in stylishen Kuben präsentiert, und am Bildschirm laufen Videobotschaften zur Einstimmung für den Besucher. Die Wände sind schlicht weiß und heben sich kontrastreich von der gemaserten Eichentheke ab. Hier lässt sich stilvoll degustieren. „Wein ist Lebensart, Bewahrung der Kulturlandschaft und Heimat. Wein ist Leben.“

Sabine von Varendorff

INFO

Weingut Herzog von Württemberg

Das Weingut Herzog von Württemberg verfügt über 40 Hektar Rebfläche im Anbaugebiet Württemberg. Auf nahezu 23 Hektar werden bevorzugt weiße Sorten wie Riesling, Traminer, Silvaner und Weißburgunderangebaut, auf etwa 17 Hektar kultivieren, wachsen und reifen Trollinger, Lemberger, Spätburgunder und Zweigelt.

Die Produkte des herzoglichen Weingutes tragen klingende Namen:

  • Eilfingerberg, Maulbronn (Riesling, Weißburgunder, Lemberger, Silvaner)
  • Brotwasser, Stetten (Riesling)
  • Käsberg, Maulbronn (Spätburgunder, Trollinger)
  • Mönchberg, Untertürkheim (Lemberger, Spätburgunder)
Weinhandel Mack &  Schühle

Weinhandel Mack & Schühle

Bodega der Mack & Schühle

Bodega der Mack & Schühle

Weltweit ein Weingeschäft

Nach den Angaben der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) ist Deutschland der weltweit größte Weinimportmarkt. Jede dritte Flasche Wein, die weltweit erzeugt wird, wird heute grenzüberschreitend gehandelt. Deutschland, als wirtschafts- und verbrauchsstarker Standort, steht dabei besonders im Fokus des internationalen Weinhandels.

Einer der größten Weindistributeure im mitteleuropäischen Raum ist Mack & Schühle, mit Sitz im schwäbischen Owen und mit einem Umsatzvolumen von 155 Millionen Euro. Die Mack und Schühle AG hält Beteiligungen an Produktions- und Vertriebsfirmen in Italien, Spanien und der Schweiz. 2008 gelang Mack und Schühle der Einstieg in den deutschen Erzeugermarkt durch die 50-prozentige Partnerschaft mit dem deutsch-argentinischen Weingut Heinrich Vollmer im pfälzischen Ellerstadt und eben gleichzeitig auch mit der Bodega Enrique Vollmer im argentinischen Mendoza.

Christoph Mack ist Vorstandsvorsitzender der Mack & Schühle AG in Owen/Teck. Das Unternehmen gibt es bereits seit 1939. Geboten wird ein Full Service – von der zuverlässigen Warenbeschaffung über eine leistungsfähige Logistik bis hin zum erfolgreichen Werbe- und Vertriebskonzept. Das Markenportfolio umfasst Weine und Spirituosen aus allen wichtigen Erzeugerregionen der Welt. Durch eigene Produktionsstätten und ein starkes internationales Netzwerk ist Mack & Schühle auch im „Private und Exklusive Label“-Bereich ein starker Partner.

Zur erfolgreichen Umsetzung der Kernkom­petenzen arbeitet die Mack & Schühle AG mit einem eigenen Qualitätsmanagement von sieben Önologen, einem professionellen Key-Account-­Management und einer eigenen Außendienstmannschaft von 40 motivierten Verkäufern. Die proaktive Unternehmens­philosophie zeigt sich auch darin, dass Mack & Schühle europaweit als erstes Weinunternehmen IFS-Broker-zertifiziert wurde.

Mit dem eigenen 40-köpfigen Außendienst, erfahrenen Önologen und Einkäufern, einem umfassenden Qualitätsmanagement sowie einem professionellen Key-Account-Management wird eine ganzheitliche Dienstleistung angeboten. Mack & Schühle ist in drei Bereiche gegliedert:

  • „Erzeugermarken Off-Trade“, dessen renommierte Erzeugermarken vorwiegend im Lebensmitteleinzelhandel sowie Cash & Carry vertrieben werden;
  • „Exclusive & Private Label“, in dem kundenspezifische und maßgeschneiderte Produkte erstellt werden;
  • „Erzeugermarken On-Trade“ mit ihrem hochklassigen Sortiment der kompetente Partner von Fachhandel, Fachgroßhandel sowie Restaurants und Hotelketten.
Manufaktur Jörg Geiger, Weine und Weinkeller

Manufaktur Jörg Geiger, Weine und Weinkeller

Manufaktur Jörg Geiger, Weine und Weinkeller

Bottle-filling at Manufaktur Jörg Geiger

Wein ist mehr als nur Prozente, die Bacchus alle Ehre machen

Doch die Rebsorten, die heute in den Weinbergen auf der ganzen Welt stehen, sind das Ergebnis eines Ausleseprozesses, der bereits vor etwa 60 Millionen Jahren begann. Eiszeiten und Klimaveränderungen ließen vorhandene Reben verschwinden und neue entstehen.

Mit dem wachsenden Handel und Verkehr, aber auch mit den Völkerwanderungen wurden die Reben dann von Händlern, Seefahrern, Söldnern und Siedlern in andere Länder gebracht. Dort fanden sie neue Wachstumsbedingungen vor. Das andere Klima, andere Böden, andere Krankheiten führten dazu, dass Reben eingingen oder sich eben anpassten. Auf diese Weise wurde im Laufe der vergangenen Jahrhunderte die Rebenvielfalt immer stärker eingeengt. Heute gibt es keine Wild-Reben mehr, und auch die Anzahl der tatsächlich im Anbau befindlichen Kulturreben ist stark zurückgegangen. Die Reblauskatastrophe, die Europa von 1850 an heimsuchte und die in einzelnen Regionen bis 1930 wütete, hat viele regionale Sorten unwiederbringlich ausgelöscht. Geblieben sind weltweit etwa tausend verschiedene Rebsorten – und beispielsweise die mit 30.000 Hektar größte zusammenhängende Obstanbaufläche in Europa: die Streuobstwiesen im Ländle.

Da fragt sich doch mit Recht: Warum immer nur Trauben ernten? Die „Fruchtweine“, wie sie das Lebensmittelrecht nennt, sind eine echte Alternative zu den schwindenden Rebsorten.

In Großbritannien, wo gern und oft in den heimischen Garagen gekeltert wird, landen regelmäßig Holunderbeeren, Rhabarber, rote Beete, Karotten und selbst Pastinaken in den Gärballons. Und hierzulande? Hier schaffen Experimentierfreude, Lust an Innovation und Verbundenheit mit Traditionen völlig Neues. In der Manufaktur Jörg Geiger in Schlat bei Göppingen sind Fruchtweine längst kein Nischenprodukt mehr, sondern die Zukunft. Vor allem, wenn es darum geht, zu hundert Prozent alkoholfreie Kompositionen auf den Markt zu bringen.

Manufaktur Jörg Geiger kreiert Alkoholfreies aus heimischem Obst und mit wilden Kräutern.

„Der oft mehr als 100 Jahre alte Baumbestand ist von unschätzbarem Wert.“


Jörg Geiger
Geschäftsführer Gasthof Lamm
und Manufaktur Jörg Geiger, Schlat